Hochzeit in Israel

Hochzeit in Israel

Nicht ohne Ehevertrag

Die Hochzeit ist für die Menschen in Israel ein herausragendes Ereignis. Für den Ablauf gibt es überlieferte Traditionen, die auch von der jungen Generation gerne ausgeübt werden. Schon die Vorbereitung läuft nach bewährten Ritualen ab. So unterzieht sich die Braut zum Beispiel vor der Hochzeit dem rituellen Bad in der Mikwe. Sie taucht ganz unter und reinigt sich auf diese Weise symbolisch für ihre bevorstehende Eheschließung.

Die Trauung führt ein Rabbiner durch und damit das Ganze auch rechtmäßig ist, müssen zwei männliche Trauzeugen anwesend sein, die nicht aus der Verwandtschaft stammen dürfen. Weiter sollen mindestens zehn männliche Gäste für die jüdischen Gebete dabei sein. Die Chuppa spielt bei der Hochzeit in Israel eine große Rolle. Es  handelt sich dabei um ein Stofftuch, das wie ein Baldachin über dem Brautpaar während der Zeremonie gehalten wird.

Ringwechsel

Zu einer Hochzeit gehört auch ein Ringwechsel, dieser findet feierlich während der Trauung statt. Dass der Ehevertrag samt Scheidungsvereinbarungen Bestandteil der Trauungszeremonie ist, kann für ausländische Beobachter vielleicht etwas befremdlich wirken, aber die Familie der Braut nimmt die Sache so ernst, dass der Vertrag von der Brautmutter zur Aufbewahrung übernommen wird, nachdem ihn der Bräutigam der Braut ausgehändigt hat. Erst danach findet die eigentliche Trauung statt.

Sieben Mal segnet der Rabbi die Brautleute und besiegelt so die Eheschließung. In respektvoller Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems zertritt der Bräutigam mit dem rechten Fuß ein Glas, was von den Gästen mit dem Ausruf „Masal tov!“ quittiert wird.

Damit wird der gute Stern beschworen, der fortan über das glückliche Paar wachen soll. Anschließend wird die Hochzeit mit viel Musik, Gesang, Tanz und gutem Essen gefeiert bis in die frühen Morgenstunden.